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    Warum ich über den Industriemeister Elektrotechnik nachdenke

    Industriemeister oder Techniker Elektrotechnik? Ich will fachlich weiterkommen. Aber da sind auch die Zeit neben dem Beruf und meine Prüfungsangst.

    Seit der Schulung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten lässt mich eine Frage nicht los: Wie geht’s jetzt weiter?

    Auf dem Papier ist jetzt vieles klarer. Ich darf in meinem festgelegten Bereich elektrische Arbeiten ausführen, wenn die Tätigkeiten sauber beschrieben sind, der Arbeitgeber das so festlegt und die verantwortliche Elektrofachkraft mich entsprechend bestellt.

    Bei automatischen Schiebe- und Drehtüren ist das für meine Arbeit wichtig.

    Trotzdem stehe ich immer wieder vor Situationen, wo ich merke: Hier endet mein Bereich. Da kann ich nicht einfach sagen, ich mach das jetzt schon irgendwie.

    Was mache ich mit dieser Grenze?

    Während des IHK-Kurses hab ich mich gefragt, wie ich in Zukunft flexibler werden kann.

    Ich möchte für die Firma wertvoller sein und fachlich weiterkommen. Immer wieder an derselben Grenze zu stehen, nervt mich. Titel sammeln reizt mich dagegen wenig.

    Also hab ich mit der IHK gesprochen.

    Die Empfehlung war ziemlich klar: Wenn ich in diese Richtung weitergehen will, sollte ich mir den Industriemeister Elektrotechnik anschauen.

    Das fand ich erst mal spannend.

    Mit so einer Weiterbildung wäre ich fachlich und organisatorisch anders aufgestellt und hätte eine andere Grundlage, um später mehr Verantwortung zu übernehmen. Zur verantwortlichen Elektrofachkraft würde ich dadurch nicht automatisch. Dafür käme es weiterhin auf die konkrete Rolle und Bestellung im Betrieb an.

    Was mich daran noch bremst

    Ein bisschen abgeschreckt hat mich dann der Inhalt.

    So wie ich’s verstanden hab, geht beim Industriemeister Elektrotechnik ein großer Teil in Richtung Betriebswirtschaft, Organisation, Führung und Recht. Das ist alles wichtig, keine Frage.

    Aber mein Kopf sagt im Moment eher: Ich will tiefer in die Elektrotechnik rein.

    Ich will verstehen, warum eine Schaltung so funktioniert und wie die Anlage als Ganzes zusammenspielt. Dann kann ich auch Fehler sauberer eingrenzen. Zu wissen, was irgendwo steht, reicht mir dafür auf Dauer nicht.

    Dann kommt natürlich der Gedanke: Vielleicht wäre der Techniker Elektrotechnik besser.

    Der geht fachlich tiefer rein. Aber dafür ist der Weg auch deutlich länger. Neben dem Beruf ist das kein kleines Ding. Das sind nicht ein paar Abende YouTube und dann ist gut.

    Das wäre ein richtiger Block Leben.

    Lust zu lernen ist da

    Ich bin 35.

    Nicht alt, aber auch nicht mehr in dem Alter, wo man sich einredet, man hätte unendlich Zeit und Energie für alles gleichzeitig.

    Trotzdem merke ich gerade: Ich hab richtig Lust zu lernen.

    Die Schulung hat da etwas angeschoben. Dieses Gefühl, wenn man plötzlich Zusammenhänge erkennt, die vorher nur lose Begriffe waren. Genau das will ich nicht wieder einschlafen lassen.

    Ich will mein Gehirn weich halten und mich weiter mit Dingen beschäftigen, die ich noch nicht kann.

    Respekt hab ich trotzdem davor.

    Prüfungsangst ist bei mir definitiv ein Thema. Ich kann lernen, ich kann mich reinknien, aber eine Prüfung ist nochmal eine andere Nummer.

    Das Video hat mich erwischt

    Dann wurde mir ein Video vorgeschlagen: Prüfungserfolg erzwingen! wie?

    Die Formel daraus war simpel:

    Anzahl meiner Lernaktionen mal Qualität meiner Vorbereitung.

    Das klingt erst mal fast zu einfach. Aber genau deswegen hat es bei mir gezündet.

    Weil es eben nicht darum geht, drei Wochen vor der Prüfung mit Energy Drinks durchzudrehen und alles irgendwie reinzuprügeln.

    Dieses Bulimie-Lernen bringt vielleicht kurzfristig irgendwas. Sicherer macht es mich dadurch noch lange nicht, und bei der Arbeit hilft es mir auch nicht, wenn ich hinterher wieder alles vergessen hab.

    Wenn ich wirklich Industriemeister oder Techniker angehen sollte, dann will ich das anders machen.

    Regelmäßig lernen. Jede Woche dranbleiben. Nicht erst, wenn der Prüfungstermin im Nacken sitzt.

    Lernen kann ich schon vor der Entscheidung

    Welchen Weg ich gehe, weiß ich noch nicht. Beide kosten Zeit und Energie neben dem Beruf. Die Schulung hat mir aber gezeigt, wie viel ich noch lernen möchte.

    Die Formel aus dem Video macht die Prüfung für mich greifbarer: viele kleine Lernaktionen und eine gute Vorbereitung. Wenn sie stimmt, muss ich Prüfungserfolg nicht als etwas Magisches betrachten. Die Angst ist damit nicht weg.

    Mit dem regelmäßigen Lernen will ich trotzdem anfangen. Dafür muss noch kein Titel feststehen.

    • Samuel Schneider

      Servicetechniker für automatische Türsysteme · Samuel Schneider arbeitet als Servicetechniker für automatische Türsysteme und schreibt auf Moventiva über Praxis, Normen und Technik rund um Automatiktüren.

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