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    GEZE ST 220 im Praxistest: Nutzen, Kabel und Grenzen

    GEZE ST 220 im Praxistest: Erfahrungen mit Anschluss und Kabeln, fehlender Datenexport beim Steuerungstausch und ein Ausblick auf Bluetooth-Alternativen.

    Du tauschst eine Steuerung und musst anschließend alle Parameter neu eingeben. Am DPS geht das. Wer das schon mal gemacht hat, weiß allerdings auch, wie nervig dieses Durchklicken werden kann.

    Für solche Aufgaben bin ich froh über das GEZE ST 220. Damit hab ich als Servicetechniker die übersichtlichere Bedienung und komme bei umfangreichen Einstellungen besser zurecht.

    Trotzdem gibt es zwei Dinge, die mich daran ordentlich stören: das Kabel im Antrieb und die fehlende Möglichkeit, meine Parameter zu exportieren. Gerade beim Steuerungstausch würde ich mir damit eine Menge Abschreiberei sparen.

    Hier zeige ich dir, wo mir das Terminal hilft und wo ich mir beim Arbeiten etwas anderes wünsche.

    Direkt zum Vergleich mit dem DPS, zum Kabelproblem oder zur Bluetooth-Lösung.

    Wann mir der DPS reicht und wann ich das ST 220 nehme

    Du willst eine Wartungsmeldung zurücksetzen oder einen einzelnen Parameter ändern? Dafür reicht mir der Displayprogrammschalter DPS gut aus. Das geht recht einfach, und ich muss dafür kein zusätzliches Gerät anschließen.

    Bei einer neuen Steuerung sieht die Sache anders aus. Da arbeite ich mich durch die komplette Parametrierung. Am DPS wird das schnell unübersichtlich. Du suchst den nächsten Menüpunkt, stellst einen Wert ein und klickst weiter. Und weiter.

    Mit dem ST 220 hab ich dafür die angenehmere Übersicht. Genau darin liegt für mich sein Nutzen als Servicewerkzeug: Ich möchte meine Arbeit vernünftig erledigen und dabei möglichst wenig Zeit mit der Menüsuche verbringen.

    Die Werte der alten Steuerung muss ich aber auch mit dem Terminal einzeln festhalten. Dazu gleich mehr, denn das ist für mich eine seiner größten Grenzen.

    Was das Terminal grundsätzlich kann

    Das ST 220 dient der Parametrierung und Diagnose von GEZE Systemen. GEZE nennt unter anderem automatische Tür- und Fensterantriebe sowie RWS-Türzentralen.

    An den Türantrieben in diesem Bericht benutze ich die Kabelverbindung. Laut Hersteller läuft sie über RS-485; die Stromversorgung kommt ebenfalls über das Anschlusskabel. Das Gerät hat außerdem Infrarot für RWS-Türzentralen. Mit der später beschriebenen Bluetooth-Lösung hat diese IR-Schnittstelle nichts zu tun.

    Mein Bericht konzentriert sich auf den Service an Türantrieben. Fensterantriebe, IR an RWS-Türzentralen und den LIN-Parametrieradapter hab ich hier nicht praktisch getestet.

    Beim Powerturn komme ich von außen dran

    Beim Powerturn ist der Anschluss für mich charmant gelöst.

    Er sitzt seitlich und ist von außen zugänglich. Ich kann das Terminal anschließen, ohne erst die Haube abzunehmen. So hätte ich das bei den Schiebetüren auch gern.

    Der Powerturn ist ein Drehtürantrieb. Bei den ECDrive- und SlimDrive-Schiebetüren, an denen ich arbeite, fehlt die äußere Service-Schnittstelle meistens. Dann muss ich innen an die Steuerung. Und damit hängt auch das Kabel dort, wo ich es eigentlich nicht haben möchte.

    GEZE bietet eine Service-Schnittstelle zur Montage an der Haube an. Daran lässt sich ein Serviceterminal oder ein Bluetooth-Interface anschließen. Dieser äußere Zugang muss allerdings an jeder Anlage einzeln installiert werden.

    Ich fände es echt gut, wenn sie häufiger gleich bei der Montage vorgesehen würde.

    Klar, das braucht beim Einbau etwas mehr Zeit. Wenn ich später zur Wartung oder Reparatur komme, wäre dieser Zugang aber schon da. Im Moment kann ich bei meinen Einsätzen meistens nicht damit rechnen.

    Eine Hand fürs Kabel? Die fehlt mir dann

    Beim direkten Anschluss innen an der Schiebetür hängt das Kabel aus dem Antrieb. So angeschlossen kann ich die Haube nicht schließen.

    Besonders beim SlimDrive hab ich erlebt, dass das Kabel mit dem Riemen beziehungsweise dem Mitnehmer kollidiert. Das ist also kein theoretischer Einwand gegen ein etwas unordentliches Kabel.

    Je nach Modell muss ich es mit einer Hand aus dem Bewegungsbereich halten. Diese Hand fehlt mir dann beim Bedienen des Terminals.

    Da könnte ich eine dritte Hand gut gebrauchen.

    Die Kabelführung muss vor einer Bewegung geklärt sein. Für mich ist das ein deutlicher Nachteil im Arbeitsablauf: Ein Werkzeug soll mir die Arbeit erleichtern. Wenn ich nebenbei sein Kabel sichern muss, merke ich ziemlich schnell, wo diese Erleichterung aufhört.

    Beim Steuerungstausch spiele ich erst mal Kopierer

    Wenn ich eine Steuerung tausche, brauche ich die bisherigen Einstellungen anschließend auf der neuen Steuerung wieder. Mit dem ST 220 hab ich in meinem bisherigen Ablauf keinen Datenexport zur Verfügung.

    Also gehe ich die Parameter im Menü durch und halte sie einzeln fest.

    Bei dem Einsatz auf den folgenden Fotos hab ich mir die Einstellungen angesehen, bevor ich die Steuerung ausgewechselt habe. Die Aufnahmen vom 21. August 2025 zeigen die Werte, die ich dabei aufgerufen habe. Bei Flügelbreite und Öffnungszeit stehen auch die Einstellgrenzen direkt daneben. Genau diese Übersicht mag ich am ST 220.

    Beim Übertragen bleibt dann trotzdem dieser Ablauf:

    Wert aufrufen.

    Notieren…

    Nächsten Wert suchen.

    Später alles noch einmal eingeben.

    Diese Abschreibübung würde ich mir wirklich gern sparen. Besonders bei Anlagen, an denen viele Werte von der Grundkonfiguration abweichen. Erst alles dokumentieren, dann übertragen und dabei darauf achten, dass jede Notiz wieder beim richtigen Parameter landet.

    Das kostet deutlich Zeit. Auch mit der übersichtlicheren Bedienung des ST 220 bleibt es Handarbeit.

    Genau deshalb wäre ein Export für mich goldwert: Den vorhandenen Parameterstand sichern und nach dem Steuerungstausch auf eine passende Ersatzsteuerung übertragen. An dieser Stelle interessiert mich die Softwarelösung besonders.

    Natürlich muss sich die alte Steuerung dafür noch auslesen lassen oder bereits eine Sicherung vorliegen. Ist sie ausgefallen und es gibt kein Backup, zaubert auch eine Exportfunktion die alten Werte nicht zurück.

    Fehlermeldungen lese ich ebenfalls am Terminal aus

    Das ST 220 nutze ich auch, um Fehlermeldungen auszulesen. Auf dem Foto vom 23. September 2026 siehst du eine solche Anzeige aus meinem Servicealltag: zweimal „Brandalarm“ und zweimal „Drehgeber GF“.

    Bluetooth statt Kabel

    Die Bluetooth-Lösung kenne ich bisher nur aus der Schulung.

    Die Funkverbindung besteht zwischen dem Interface und einem Windows-Rechner oder passenden Tablet. Das Interface selbst braucht weiterhin einen Anschluss an die Steuerung. Bei der in der Schulung gezeigten Variante wird es während der Wartung oder Reparatur an den PS-Anschluss, also den Anschluss für den Programmschalter, gesteckt.

    Welche Software dahintersteckt

    Auf der GEZE-Seite zu Tools und Hilfsmitteln findest du GEZEconnects und myGEZE Connects. Letzteres stellt GEZE als Nachfolger vor. Bereits GEZEconnects ermöglicht laut Hersteller die drahtlose Verbindung zum PC für Einstellungen und Diagnose.

    Für myGEZE Connects mit Bluetooth-Modul nennt GEZE unter anderem Projekt-Import und -Export sowie PDF-Protokolle für Parameter und Fehler. Benötigt werden ein passender Windows-PC, Laptop oder Tablet mit Bluetooth, das Modul und eine Lizenz. GEZE nennt außerdem Schulungs- und Sachkundenachweise als Voraussetzung.

    Bei den unterstützten Anlagen kommt es auf den Steuerungsstand an: GEZE nennt ECDrive, SlimDrive und Powerdrive ab V5.0 sowie Powerturn ab V2.1. Nur den Namen des Antriebs zu kennen reicht also nicht.

    Häufige Fragen zum GEZE ST 220

    Wo finde ich die passende Anleitung?

    Bei den Herstellerunterlagen zum ST 220 und zum jeweiligen Antrieb. Achte auf den Anwendungsbereich und den Stand der Unterlage. Eine Anleitung für einen Fensterantrieb beantwortet dir die Anschlussfrage an einer Schiebetür nicht automatisch.

    Parameteränderungen sind laut GEZE herstellerautorisierten Sachkundigen vorbehalten. Dieser Praxisbericht beschreibt meine Arbeit mit dem Werkzeug; die passende Anschluss- und Serviceanleitung gehört zur jeweiligen Anlage.

    Lohnt sich das ST 220 gegenüber dem DPS?

    Wenn du regelmäßig neue Steuerungen vollständig parametrierst, finde ich die übersichtlichere Bedienung hilfreich. Für einen Wartungsreset oder einzelne Änderungen komme ich mit dem DPS gut zurecht. Der Datenexport, den ich mir beim Steuerungstausch wünsche, kommt mit dem ST 220 in meinem bisherigen Ablauf allerdings nicht dazu.

    Hat das ST 220 selbst Bluetooth?

    Die von GEZE beschriebene drahtlose Schnittstelle des ST 220 ist Infrarot für RWS-Türzentralen. Für die hier angesprochene Bluetooth-Verbindung brauchst du die separate Softwarelösung mit dem passenden Modul.

    • Samuel Schneider

      Servicetechniker für automatische Türsysteme · Samuel Schneider arbeitet als Servicetechniker für automatische Türsysteme und schreibt auf Moventiva über Praxis, Normen und Technik rund um Automatiktüren.

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